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Четверг, 13 октября 2016.

Справедливость восторжествовала! Наша защита в процессе с пикантными подробностями. (Газета "Augsburger-Allgemeine" / адвокат Евгений ВУНШ)

JVA Aichach. Gefangene schmiert Mitinsassin Kot ins Gesicht

In der Justizvollzugsanstalt Aichach eskaliert ein Streit zweier Frauen um Geld. Eine 33-Jährige attackiert daraufhin eine andere Gefangene auf unappetitliche Art und Weise. Von Niklas Molter

In der Justizvollzugsanstalt Aichach kam es zu einem Streit zwischen zwei Gefangenen, der unappetitlich eskalierte.

Ein Abend in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Aichach, Mitte Juni, etwa 18 Uhr. Eine 34 Jahre alte Gefangene sitzt in ihrer Zelle, als eine andere JVA-Insassin den Raum betritt. In ihren Händen hält sie Kot. Erst tritt sie der 34-Jährigen gegen das Bein. Dann beschmiert sie ihr Opfer im Gesicht, am Kopf und am Körper mit Ausscheidungen. Die 34-Jährige übergibt sich voller Ekel, erleidet durch den Tritt zudem einen Bluterguss am Bein.

Vier Monate später sehen sich die Frauen vor dem Amtsgericht Augsburg wieder. Dort war am Dienstag die 33-Jährige, die in die Zelle ihrer Mitgefangenen gekommen war, der vorsätzlichen Körperverletzung angeklagt.

Ob sie ihr Opfer mit Kot beschmiert habe oder nicht, wollte Richter Fabian Espenschied zu Prozessbeginn von der Angeklagten wissen: „Stimmt das oder stimmt das nicht?“ Das mit dem Kot stimme, ließ die 33-Jährige, die aus der Ukraine stammt, über einen Dolmetscher mitteilen: „Ich habe sie beschmiert, aber ich habe sie nicht geschlagen.“

Die Angeklagte wollte 150 Euro in die Ukraine schicken

Dann begann die JVA-Insassin, die unter anderem wegen schweren Bandendiebstahls im Aichacher Gefängnis einsitzt, von ihrem Streit mit der Mitgefangenen zu erzählen. Die 33-jährige Angeklagte berichtete, sie habe das spätere Opfer gebeten, ihr dabei zu helfen, ihrer Familie in der Ukraine Geld zukommen zu lassen. Die Angeklagte hat dort eine Tochter, für die sie Geld spart. In diesem Fall ging es um 150 Euro, die sie ihrem Kind schicken wollte.

Hier kam das spätere Opfer ins Spiel: Die 34-Jährige spricht ebenfalls Ukrainisch und sollte in der JVA Besuch von ihrer Mutter bekommen. Über diese sollte das Geld dann zum Vater der Angeklagten gelangen. Das jedoch geschah aus Gründen, die im Prozess unklar blieben, einige Zeit lang nicht. „Sie hat zweieinhalb Monate nichts gemacht“, sagte die 33-jährige Angeklagte. „Deshalb habe ich sie beschmiert.“

Der Kot-Attacke war einige Wochen zuvor offenbar eine Rangelei vorausgegangen. Nach Aussage der Angeklagten hatten sich beide Frauen nach einem Wortgefecht geschubst und an den Haaren gezogen. Das spätere Opfer habe sie damals in den Arm gebissen, so die 33-Jährige.
Gefangene fühlte sich betrogen

Die Geschichte des Streits schilderte die Angeklagte im Gerichtssaal ausführlich. Der Richter dagegen fragte immer wieder nach den Umständen der Kot-Attacke. Dennoch blieb die 33-Jährige dabei, ihre Kontrahentin beschmiert, aber nicht getreten zu haben. Sie, die für ihr Kind spare, habe sich betrogen gefühlt und den Angriff als letztes Mittel gesehen: „Was sollte ich denn machen?“

Ihr 34-jähriges Opfer schilderte die Situation anders. Sie sei unvermittelt attackiert, getreten und geschlagen worden zu sein, sagte die Zeugin. Beweisfotos zeigten den entstandenen Bluterguss.

Staatsanwältin Julia Keilbach hielt der Angeklagten zugute, dass diese die Kot-Attacke einräumte. Gleichzeitig sagte sie: „Gegen Sie spricht die enorme Dreistigkeit.“ Es sei nicht erkennbar, inwiefern der Angriff in dem Streit geholfen habe. Angesichts der Vorstrafen der 33-Jährigen forderte Keilbach zehn weitere Monate Haft für die Angeklagte.

Richter zur Angeklagten: "Widerliches Verhalten"

Verteidiger Eugen Wunsch bat um eine Gefängnisstrafe unter zehn Monaten und verwies auf die persönlichen Umstände der 33-Jährigen. Diese gebe für Einkäufe in der JVA monatlich nur neun Euro aus. Den Rest des Geldes spare sie für ihre Tochter. Die Nachrichten aus der krisengeschüttelten Ukraine machten sie „kaputt“, habe sie ihm anvertraut. Als das Geld dann nicht bei ihrer Familie ankam, habe sich die 33-Jährige betrogen gefühlt.

Woran genau es gelegen habe, dass die Angeklagte ihre Kontrahentin mit Kot attackierte, sei letztlich zweitrangig, sagte Richter Espenschied: „Es rechtfertigt nicht dieses widerliche Verhalten.“ An die 33-Jährige gerichtet, fügte er hinzu: „Offensichtlich werden Sie im Gefängnis nicht ausreichend geläutert.“

In der JVA wird die Frau nun noch länger bleiben müssen: Der Richter verurteilte sie zu acht Monaten Haft ohne Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.