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Пятница, 23 декабря 2016.

Два удара, которые изменили жизнь!

Два удара, которые изменили жизнь! Статья в газете "Augsburger Allgemeine" об уголовном судебном процессе, в рамках которого мы представляли интересы пострадавшего.

Der 46-Jährige aus Litauen kann sich noch genau an jenen Montag im April 2015 erinnern – ein Tag, der nicht nur seine Gesundheit zerstörte. Ein Tag, der auch sein Leben und das seiner Familie völlig änderte. „Es war ein großer Schmerz. Ich spürte, wie mein linkes Auge irgendwie auslief. Im Sanka bin ich dann ohnmächtig geworden.“ Im Zentralklinikum diagnostizierten die Ärzte damals sage und schreibe 14 komplizierte Knochenbrüche im Bereich der linken oberen Gesichtshälfte. Feine Knochensplitter hatten die Netzhaut und den Sehnerv des linken Auges zerstört, der Augapfel war nach hinten in die Augenhöhle gerutscht, sein Gesicht war entstellt. Nach vier Operationen war klar: Das geschädigte Auge ist für immer verloren. Er ist auf dem linken Auge blind. Und seine linke Gesichtshälfte ist bis heute ohne Gefühl. Der Mann, der ihm dies alles mit zwei wuchtigen Faustschlägen angetan hat, sitzt ihm im Gerichtssaal zwei Meter entfernt schräg gegenüber. ANZEIGE Es ist sein ehemaliger Arbeitgeber, ein litauischer Landsmann, 35. Ein Kleinspediteur, ein Subunternehmer, der Autoteile ausfuhr. Staatsanwältin Melanie Ostermeier hat ihn der schweren Körperverletzung angeklagt, ein relativ seltener Tatbestand mit einer Straferwartung zwischen einem und zehn Jahren. Dieses Delikt kommt dann zum Tragen, wenn das Opfer einer Gewalttat beispielsweise seine Sehfähigkeit oder ein Körperteil verloren hat oder schwer entstellt worden ist. Der Angeklagte (Verteidiger: Rüdiger Prestel) glaubt, dass alles nicht passiert wäre, hätte er in der Nacht zuvor nicht maßlos mit einigen russischen Männern Wodka getrunken. Seine Freundin war möglicherweise Auslöser des ganzen Dramas. Sie soll am Tag zuvor, ebenfalls betrunken, das spätere Opfer angerufen und gesagt haben, sie sei jetzt seine Chefin, ihr Freund habe nichts mehr zu sagen. Daraufhin, so sagt der Zeuge nun im Prozess, habe er die betrunkene Freundin abgewimmelt mit den Worten „Geh zum Teufel“. Der Dolmetscher sagt, diesen Begriff aus der russischen Sprache könne man auch mit einer üblen sexuellen Beleidigung übersetzen. Das Opfer ist vielfach gestraft Am Tag nach dem Telefongespräch war das Fahrzeug, mit dem das spätere Opfer Kunden beliefern sollte, kaputt gegangen. Der Chef, nach einer durchzechten Nacht offenbar noch erheblich alkoholisiert, wies seinen Mitarbeiter an, den Wagenschlüssel zu ihm in die Wohnung zu bringen. Der Zeuge: „Er machte die Türe auf, ich sagte ,Grüß Dich‘. Und dann schlug er zu, einmal, zweimal.“ Als die Polizei wenig später den Schläger aufsuchen wollte, war der verschwunden. Er hatte sich nach Großbritannien abgesetzt, wurde mit internationalem Haftbefehl ein Jahr später gestellt. Der Angeklagte erzählt vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Ulrike Ebel-Scheufele eine etwas abweichende Version. Sein Mitarbeiter habe sich für die Beleidigung der Freundin nicht entschuldigen wollen, habe seinen Lohn verlangt, es sei zu einem Gerangel gekommen, dann habe er halt zugeschlagen – möglicherweise mit dem Fahrzeugschlüssel in der Hand. Ein erfahrener Kripobeamter ist sich ziemlich sicher, dass ein „harter Gegenstand“ mit im Spiel war. Das Opfer (Anwalt: Eugen Wunsch) ist vielfach gestraft. Er kann nicht mehr als Kraftfahrer arbeiten, zog aus psychischen Gründen von Augsburg weg. Und jetzt soll er auch noch 15533 Euro Operationskosten übernehmen. Denn der Angeklagte hatte – wie sich inzwischen herausstellte – keine Krankenkassenbeiträge für ihn bezahlt. Die „äußerst niederträchtige Tat aus nichtigstem Grund“ (Staatsanwältin Melanie Ostermeier) hat für den angeklagten Kleinspediteur knallharte Konsequenzen. Das Schöffengericht folgt der Anklagevertreterin und verurteilt ihn zu vier Jahren Gefängnis – die höchst mögliche Strafe, die das Amtsgericht überhaupt verhängen kann. ... Zwei Schläge, die ein Leben verändern - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Zwei-Schlaege-die-ein-Leben-veraendern-id40035822.html